Kulturerbe
François de Bonne Duc de Lesdiguières
Dieser ehemalige Kadett bescheidener Herkunft, Sohn eines Notars von Champsaur, wurde 45 Jahre lang zum unbestrittenen Führer der Protestanten im Dauphiné und behauptete sich durch seine unvergleichlichen militärischen Fähigkeiten, die ihm den Beinamen „Fuchs der Berge“ eintrug.
Heinrich IV. ernannte ihn zum Generalleutnant des Dauphiné, Marschall von Frankreich, Pair und Herzog von Lesdiguières und dann, nach seinem Widerruf und Übertritt zur katholischen Lehre, zum Großkonnetabel der königlichen Armeen, Gouverneur der Picardie, des Bourbonnais und des Artois. Er wurde Schützer der Ostgrenzen des Königreichs und bekämpfte siegreich den Herzog von Savoien, der mehrfach versuchte, in die Provence und das Dauphiné einzufallen.
Nachdem 1593 der Frieden nach den Religionskriegen eingekehrt war, erwarb Lesdiguières das Land von Vizille und machte sich daran, die Romanche einzudeichen. Er ließ von 1600 bis 1620 das neue Schloss erbauen und einen immensen Park anlegen.
Vizille, Wiege der Französischen Revolution
Zwei Jahrhunderte danach… Das Schloss von Lesdiguières ist zu einer Stoffdruckmanufaktur geworden, für Stoffe, die man „les indiennes“ (indische) nennt und ist im Besitz des Großbürgers Claude Perrier.
Im Juli 1788 beschließen nach einer Serie von Aufständen in Grenoble die drei Stände Adel, Klerus und Dritter Stand entgegen dem königlichen Willen, sich im Ballsaal des Schlosses zu versammeln.
Unter der Leitung von Barnave und Monier werden Beschwerdebriefe nicht nur an den König, sondern gleichermaßen an die Provinzparlamente versandt. Die Aktion findet mehr und mehr Verbreitung und das Parlament der Bretagne, dann das von Bordeaux schließen sich den Dauphinois an – die Revolution ist auf dem Wege… Ein Jahr später erfolgt der Sturm auf die Bastille in Paris.
Nachdem das Schloss fünfzig Jahre lang, von 1925 bis 1975, Sommerresidenz der französischen Präsidenten war, beherbergt das Schloss heute das Nationalmuseum und das Dokumentationszentrum der Französischen Revolution.
Die Schlacht von Jarrie, 19. August 1587
Wir befinden uns inmitten des achten und letzten Religionskrieges und Frankreich zerfällt in drei Lager; das des französischen Königs und der gemäßigten Katholiken, das des Königs von Navarra und das der Protestanten und des Herzogs von Guise mit der ultra-katholischen Liga.
In diesem Jahr nun bereitet Heinrich von Navarra eine Großoffensive gegen die Lorraine und den Herzog von Guise vor. Aus dieser Situation heraus treffen im August auf dem Plateau von Herbeys, Brié und Haute Jarrie die katholischen Armeen unter La Valette, d’Ornano und de Rame und eine schweizerische Söldnerarmee unter Cugy aufeinander, die die Nacht in Villeneuve d’Uriage verbrachte hatten. Die protestantische Armee, geführt von Lesdiguières und Chatillon lag in der Ebene von Champ, konnte jedoch die Romanche nicht überqueren, deren Brücke zerstört war. Die schweizerischen Pikeniere, ohne fähige Führung und angegriffen während einer Stellungsänderung, hatten den berittenen und sehr mobilen Armbrustschützen der katholischen Armee wenig entgegen zu setzen.
Der Kampf dauert nur wenige Stunden, wird aber mit aller Erbitterung ausgetragen und hinterlässt an die 1500 Tote auf dem Schlachtfeld, fast alles Schweizer. Es ist die größte Schlacht aller Zeiten in der Region Grenoble und ist doch völlig aus dem Gedächtnis der Allgemeinheit gelöscht.
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