Kulturerbe
DER ORT LES NONIÈRES
LES NONIÈRES ist ein Weiler der Gemeinde Treschenu. Er ist der am meisten bewohnte und hier befindet sich auch das Rathaus. Im dortigen Dialekt bedeutet „Treschenu“ drei Rinnen, worunter drei durch Wildbäche, den Sareymond, den Combeau-Bach und die Archiane ausgewaschene Schluchten zu verstehen sind. Ihr Zusammenfluss ist in Menée, dem geographischen Zentrum der Gemeinde.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung fanden sich in den Grotten von Pellebit, zu Füßen der Felswand oberhalb Mensac. Es handelt sich um einen Abbau von Feuerstein im fünften Jahrtausend vor unserer Zeit.
Die gallo-romanische Zeit hat nur wenig Spuren hinterlassen.
610 wurde irgendwo im Tal von Combeau eine Nonnenabtei gegründet. Trotz seiner Abgeschiedenheit prosperierte dieser Konvent bis zu seiner Zerstörung durch eine Bande von Sarazenen im Jahre 735. Man geht davon aus, dass der Konvent im Ort Les Nonières gelegen hat, dessen Name sicherlich von diesen Nonnen herleitet. Aus den Ruinen wurde ein Steinzuber geborgen, der zum Brunnen von Les Nonières wurde, wie auch das Weihwasserbecken in der Kirche.
Während der Feudalepoche regieren die Grafen über das Diois, eine Machtstellung, die sie den Bischöfen von Die bestreiten. Die Herrschaft von Châtillon ist Anlass zahlreicher Auseinandersetzungen, über deren erste 1242 im Schloss von Treschenu entschieden wird. Die Ruinen des Schlosses kann man zwischen Menée und Mensac im Tal der Archiane sehen. Schließlich wird ein Teil der Baronnie von Châtillon, in etwa das aktuelle Gemeindegebiet von Treschenu, das Territorium von Esparron im Trièves als getrennte Domaine zugeschlagen, die so den Verkehr über den Col de Menée kontrolliert. In der Revolution trennt die Aufteilung in Departements die beiden Hänge des Passes und so entsteht die Gemeinde Treschenu.
Hier hat sich trotz des Widerrufs des Edikts von Nantes der Einfluss des Protestantismus im Verlaufe des XVII. Jh. halten können. Mehr als 3000 Bewohner des Drômetals haben in jener Zeit den Weg durch diese Gemeinde genommen. Als sie das Land verließen, um ihren Glauben leben zu können, überquerten sie diesen Pass auf dem Weg nach Genf und weiter in andere Exilländer.
DER MENÉE PASS
Dieser Pass war schon immer ein Ort des Durchzugs und besaß vermutlich schon zu Zeiten der Römer eine Straße.
Im Mittelalter brachten Maultiertreiber die Weinschläuche von Die ins Trièves und kamen zurück beladen mit Getreide, Stoffen, Nägeln und Metallbeschlägen, die in dieser handwerklich geschickten Region hergestellt wurden. Ein Zeichen für die Bedeutung dieser Passage war ihre Bewachung durch eine Komturei der Templer, von der als Überrest ein Gewölbekeller nahe der aktuellen Farm am Pass erhalten ist.
Die Handelsbeziehungen setzten sich fort bis zum Ende des 19. Jh., als sie durch die Öffnung der Straße über den Grimonepass zurück gingen. Die Straße über den Menée Pass wurde erst fünfzehn Jahre später fertiggestellt. Heute ist der Pass noch immer ein direkter Verbindungsweg Diois – Trièves – Grenoble und eine Touristenroute, hat jedoch seine wirtschaftliche Bedeutung verloren.
Jedes Jahr gedenken daher die Protestanten des Trièves und des Diois unter dem Kreuz von Menée der Passage der Flüchtlinge über diesen Pass. Der Col de Menée wird oft – unter Bezug auf die nächtlichen Überquerungen durch die Hugenotten – zu Unrecht als „Col de minuit“ (Mitternachtspass) verstanden. Tatsächlich verdankt er aber seinen Namen den dortigen Schneeverwehungen.
Das Tal der Drôme und umgebende Länder, Patrick Ollivier-Elliott.
Centres d'intérêt
Office du Tourisme du Trièves - Antenne de Clelles
Clelles
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