Kulturerbe
DER ORT LE POËT-LAVAL
Der kleine Berg im Tal (pogetum vallis).
Die Gemeinde Le POËT-LAVAL teilt sich auf in einen unteren Teil "Gougne", in dem sich der überwiegende Teil der Dienststellen und die nicht mehr genutzte reformierte Kirche befinden und in "le vieux village", die Altstadt, eine mittelalterliche Stätte, die der Gemeinde einen Platz unter den "plus beaux villages de France“ eingebracht hatsowie seit 1924 den Eintrag unter Denkmalschutz. Beim Schlendern durch die alten Sträßchen und „calades“ (steile gepflasterte Verbindungen) entdeckt man die „Renaissance“-Häuser mit ihren fein gearbeiteten, steinernen Fensterkreuzen.
Im XVI. Jh. fand die Reform zahlreiche Anhänger in der Region und eine große Anzahl bescheidener Kirchen wurde errichtet. Die von Le Poët-Laval, erbaut im XVII. Jh., diente auch gleichzeitig als Gemeindehaus. Diese Doppelfunktion bewahrte sie bei der Aufhebung des Edikts von Nantes vor der Zerstörung und macht sie heute zur ältesten reformierten Kirche der Dauphiné, aber eben auch zu einer der drei reformierten Kirchen Frankreichs aus der Zeit vor 1685, die der Zerstörungskampagne vor und nach dem Widerruf des Edikts von Nantes entgangen sind. Die beiden anderen Kirchen sind die von Collet-de-Dèze in der Lozère und die verborgene Kirche von Veleaux in den Bouches du Rhône.
Die Kirche ist angelehnt an das ehemalige Gebäude eines Malteser-Ritters, das heute das Protestantische Museum der Dauphiné beherbergt. Das Museum, Ausgangspunkt des Fernwanderweges „Sur les Pas des Huguenots“, zeigt die Geschichte des Protestantismus in der Dauphiné: Die ersten reformierten Kirchen, die Religionskriege, das Edikt von Nantes und sein Widerruf, die sich anschließenden Verfolgungen, die Flucht, die Protestanten in der Resistance und die neueste Geschichte.
DIE LANDSCHAFT
Seit urgeschichtlicher Zeit ist die Töpferei in Aufbau- oder Wulsttechnik im Tal des Jabron bekannt. Seit der Entdeckung kaolinhaltigen Tons vor Ort lieferten die Lehmgruben von Poët-Laval und Dieulefit feuerfeste Erden guter Qualität. Die Töpferei perfektioniert sich im Laufe der Jahrhunderte durch Drehscheiben und Brennöfen und wird zu einer vollwertigen Beschäftigung im ganzen Tal. Die Zahl der Handwerksbetriebe erhöht sich zwischen dem XVII. und XVIII. Jh. von 9 auf 80.
Im Laufe des XVII. Jh. siedeln sich die Werkstätten, insbesondere wegen der Belästigungen und Brandrisiken, auch außerhalb der Stadtmauern an.
Da für das gleichmäßige Brennen viel Holz benötigt wird, tragen die Töpfer zu einem großen Teil zur Abholzung der Gemeindewälder bei. Zwar wäre danach ein Nachwachsen möglich gewesen, doch entstanden durch Ziegenherden beachtliche Schäden. Als Resultat wurden in den Ebenen Rinnen ausgewaschen, in denen Geröll und Boden der entwaldeten Berge angeschwemmt wurden.
Es entstand so zum Ende des XVII. Jh., zur Zeit des Exils, zwischen Le Poët Laval und Dieulefit aus einem durchgängig bewaldeten Tal die kahle Prärielandschaft, wie wir sie heute kennen.
Sehenswert: Der restaurierte Ort Le Poët Laval, die Töpfereien im Tal
Probieren: Den lokalen Ziegenkäse „Picodon“
Centres d'intérêt
Office de Tourisme Dieulefit (pays de)
Dieulefit