Kulturerbe
TRIEVES UND DIE REFORM
Im XVI. Jahrhundert proklamieren Luther und Calvin die Reform der Kirche und des religiösen Lebens. Diese Reform erfährt ein beachtliches Echo im Trièves dieser Zeit. Wie zahlreiche andere Regionen, wird auch das Dauphiné von den daraus resultierenden Religionskriegen nicht verschont, während im Trièves dank der Einsetzung des Duc de Lesdiguières im Jahre 1573 eine relative Ruhe einkehrt.
Als jedoch das Edikt von Nantes durch Ludwig den XIV. im XVII. Jh. aufgehoben wird, das eine Rückkehr zur „wahren Religion“ erzwingt, beginnt eine Zeit des Exodus für die protestantische Bevölkerung, die auf diese Weise die ihr aufgezwungen Verfolgungen beantwortet.
Die Aufhebung des Edikts von Nantes hat allerdings im Trièves weder die gleiche Schwere noch die gleichen Auswirkungen. Die Verankerung des Protestantismus ist in der Bevölkerung so bedeutend, dass er seinen Einfluss bis zur Revolution und damit der Freigabe der Religionsausübung behielt. Nichtsdestoweniger ist auch diese Region Opfer von Raub und Gewalttaten.
Eine „Erweckung“ der protestantischen Religion tritt im XIX. Jh. mit dem Auftreten von Félix Neff ein, dem „Apostel der Hochalpen“.
Der Col de Menée in 1475 m Höhe gelegen, verbindet Diois und Trièves. Ein hölzernes Kreuz erinnert an jene, die, im Diois verfolgt, den Weg in die Schweiz über das Trièves nahmen.
Ein wenig "Dachgeschichte"
Das ländliche Erbgut ist eine der Hauptkomponenten des Trièves. Prächtige Häuser, ausladende Bauerngüter oder einfache ländliche Bauwerke finden sich Seite an Seite in jedem Dorf. Beeinflusst durch das Klima, das Relief, vorgefundenes Material und die landwirtschaftliche Tätigkeit, ist die hiesige Architektur Produkt zahlreicher Einflüsse.
Die Satteldächer sind darunter wahrscheinlich das charakteristischste Element hier im Trièves. Im allgemeinen sehr steil gehalten, sieht man die Fläche der Dächer durch „croupes“ oder „demi-croupes“ unterbrochen (im Deutschen Walm oder Krüppelwalm), wodurch oberhalb der Giebelwände zwei zusätzliche Dachflächen entstehen.
Die Kranzgesimse aus „Hohlziegeln unterhalb der Dachfläche sind ebenfalls sehr häufig zu sehen. Gleichermaßen Schutz des Daches gegen Brände, Starkwind oder gegen Nagetiere, sind sie auch Ursache für Volksglaube oder Legenden geworden:
Soziale oder religiöse Zuordnung zum Beispiel (Die Katholiken sollen demnach zwei, die Reformierten drei solcher Kranzgesimse haben…). Wenn auch die soziale Zuordnung im Süden Frankreichs durchaus real ist, im Trièves wäre das noch zu prüfen…
Um schließlich den hier zitierten Dächern des Trièves noch die Krone aufzusetzen, kommen nun noch die berühmten geschuppten Dachziegel hinzu. Mitte des XIX. Jh. werden die Strohdächer nach und nach durch gegen Brände widerstandsfähigere ersetzt. Hier vor Ort mit vorhandenen Materialien produziert (Ton), tritt nun der Schuppendachziegel auf den Plan und ersetzt die braunen Farben durch seine scharlachrote.
Sehenswert: Der Mont Aiguille, der Pad de l’Aiguille, die Informationsstätte des Regionalen Naturparks des Vercors in Chichilianne, die Kirche Notre Dame d’Esparron in Le Percy…
Centres d'intérêt
Office de Tourisme du Trièves - Antenne de Mens
Mens
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