Kulturerbe
DER ORT DIEULEFIT
DIEULEFIT liegt in den Vorbergen des Vercors an den Ufern des Jabron. Eine Stadt von großer Tradition im Töpferhandwerk aufgrund des Vorhandenseins von Tonvorkommen, die noch auf die gallo-römische Zeit zurückgeht. Die hohe Zeit der Keramikfertigung liegt im XIX. Jahrhundert. Im XX. Jh. findet dann der Übergang von der Fertigung von Gebrauchskeramik durch Werkstätten mit mehreren Arbeitern hin zur Ansiedlung von Künstlern statt, die Wege zu neuen Formen erschließen.
Heute führen um die vierzig im Land um Dieulefit ansässige Werkstätten den Markenbegriff „Terre de potiers » « Land der Töpfer“ fort.
Der Baubestand der Innenstadt lässt seine diversen Epochen erkennen: Einige Überreste der Stadtbefestigung und die Gärten des Schlosses zeugen von der Zeit unter der Feudalherrschaft im XIII. Jh., die Gebäude aus dem XVII. Jh. wie auch das Haus „Renaissance“ geben eine Vorstellung von der Stadt zur Zeit der Aufhebung des Edikts von Nantes und einige Bürgerhäuser aus dem XVIII. und XIX. Jh. unterstreichen ihre architektonische Entwicklung.
Als eine Hochburg der reformierten Kirche ab dem XVII. Jh. besitzt Dieulefit eine reformierte und eine katholische Kirche; Eine Mehrheit der Einwohner sind Protestanten und leben in Eintracht mit den Katholiken. Die Kapelle Notre Dame de la Calle zeigt Größe und Blessuren der lokalen Geschichte: Oft verwüstet, geschah dies insbesondere 1551 durch die Protestanten. Die Kirche Saint-Pierre aus dem XV. Jh. im Herzen der Altstadt wurde 1561 durch die Protestanten abgebrannt. Im XVII. Jh. wurde sie zum Teil neu errichtet. Auch die ursprüngliche reformierte Kirche wurde 1685 von den Katholiken zerstört. Die heutige reformierte Kirche befindet sich seit 1810 auf der Place Chateauras.
Wenn dieses Land auch Perioden großer Spannungen durchgemacht hat, schien es doch vorherbestimmt als Gastland für all jene, die den Wirren ihrer Zeit zu entkommen suchten.
Nach 1930 nahm das Land Italiener auf, die vor der Krise, dann vor dem Faschismus flüchteten und zwischen 1937 und 1939 waren es Spanier, die dem Bürgerkrieg zu entkommen suchten. Zwischen 1940 und 1943 fanden schließlich viele Menschen – Juden, politisch verfolgte und Intellektuelle – eine Insel des Friedens in der Gemeinde und ihrer Umgebung.
DIE KIRCHE VON COMPS
COMPS, Kirche unter Denkmalschutz, wird erstmalig erwähnt im Jahre 1032. Gegen 1600 halten sowohl der Pfarrer wie auch der Pastor dort ihren Gottesdienst ab. In dem kleinen Weiler der Lombards unterhalb der Kirche kann man etwas entfernt die reformierte Kirche des XIX. Jh. erkennen, die sich jedoch derzeit in Privatbesitz befindet.
DIE SCHLÖSSER VON POËT-CELARD
In LE POËT-CELARD wird die hoch über dem Ort liegende Burg im XVI. Jh. von der Familie Blain zugunsten des Schlosses Saint-André aufgegeben, das besser liegt und wo es sich besser leben lässt (Privatbesitz, bitte Abstand halten). Eine sich hier zäh haltende, mündliche Überlieferung sagt, Calvin sei hier im September 1561 empfangen worden. Eine Büste des Reformators und ein Kristallkelch, mit dem Calvin das heilige Abendmahl abgehalten habe, soll diesen Besuch bezeugen.
Kurz bevor man am Schloss Saint-André ankommt, führt der Weg in einen großen Buchenwald, den Bois de Vache – ein alter Ort des Gottesdienstes in der „Wüste“. Dieser Platz ist heute Ort jährlicher Versammlungen der Protestanten am 2. Sonntag im August.
Sehenswert: Auskünfte erteilen die Verkehrsbüros von Dieulefit und Bourdeaux.
Centres d'intérêt
Office de Tourisme Bourdeaux (pays de)
Bourdeaux