Kulturerbe
HUGENOTTEN-RUNDWEG IN DER STADT DIE
Die protestantische Kirche wurde 1686 als Kapelle für ein Jesuitenseminar erbaut. Unter der Revolution wurde sie zum Nationaleigentum erklärt. An der Außenseite kann man noch die Inschrift SACELLUM SEMINARI lesen. Sie wurde 1831 von den Protestanten zurück erworben, um sie wieder als Kirche zu nutzen. Tel.Nr. für Besichtigungen: 04 75 21 48 35
Im Stadtinneren treffen Sie auf zahlreiche Zeugen des protestantischen Lebens, insbesondere der Kathedrale. Das Tympanon vom Ende des XII. Jh. über der Tür des Hauptschiffs am Ende des Narthex zeigt ein in der romanischen Epoche seltenes Thema: Christus am Kreuz, umgeben von der Jungfrau Maria, dem hl. Johannes, zwei Soldaten und den Symbolen der Evangelisten. Man vermutet, dass es sich hier um einen Protest gegen die Häresie des Pierre de Bruis handelt. Mit seinen Verstümmelungen erinnert das Tympanon auch an die Zerstörungen, die die religiösen Bauwerke durch das Aufkommen der Reform erlitten.
Auf dem Place de l’Horloge wurde vor der Kathedrale am 12. März 1745 der in Livron festgenommene Pastor Louis Ranc gehängt, weil er in Livron sein Priesteramt ausgeübt hatte. Nach der Hinrichtung wurde ihm der Kopf abgeschlagen und in Livron ausgestellt. Das Museum von Die besitzt eine Kopie der Wehklage, die nach diesem tragischen Ereignis entstand.
Nicht weit davon beginnt nahe dem Marktplatz die « Rue du Collège ». Ihren Namen verdankt sie der katholischen Einrichtung, die die Nachfolge der protestantischen Akademie und des Kollegs antrat, deren Gebäude heute die Schule Notre-Dame beherbergen. Auf dem Markplatz selbst die Fassade der Nr. 16, erbaut aus Steinen, die im letzten Viertel des XVI. Jh. der Besitzer des Hauses, der Rittmeister Chabanas, aus den Ruinen der Kathedrale « entlehnte ».
Nur die Rue Saint-May in der Nähe der Place du Mazel erinnert noch an den Standort der alten reformierten Kirche, die 1612 erbaut und 1685 zerstört wurde. Die Dominikanerkirche, in der Farel predigte, wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jh. durch ein Gebäude ersetzt, das später Kapelle des Hospiz wurde.
Es ist ergreifend, wenn man auf der Fassade eines Hauses in der Rue Buffardel/ Ecke Rue de Chastel den Spruch liest, den Jean Jullien dort 1662 anbringen lies: Tamen rupes mea est Deus, non movebor (Gott ist mein Fels, nichts lässt mich wanken). Es handelt sich offensichtlich um eine protestantische Inschrift, da der Vers des Psalm 62, wenn auch in Latein zitiert, nicht dem Text der katholischen Vulgata entspricht. Quelle: „Itinéraires protestants“ éditions Réveil.
Le „rocher des jumelages“, der Fels der Städtepartnerschaften. Die Stadt Die ist seit 1991 mit der Stadt Frankenau in Deutschland verschwistert. Ihr Weiler Louisendorf hat seinerzeit zahlreiche Hugenotten aus dem Diois aufgenommen.
Das Musée d’histoire et d’archéologie de Die liegt in der Rue Buffardel. Hier finden sich Zeugnisse der protestantischen Vergangenheit Dies, wie auch ein Geldschatz in Gold und Silber aus der Zeit der Religionskriege. (Quelle: Yves Levin).
Ebenfalls sehenswert: Die Stadtbefestigungen, das Stadttor St. Marcel, die Kapelle St. Nicolas und das 4-Flüsse-Mosaik. Das typische Kino „ d’Art et Essai“ von Die, „Pestel“.
Nähere Auskünfte erteilt das Verkehrsbüro von Die.
Centres d'intérêt
Office de Tourisme du pays Diois - bureau de Die
Die
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