Kulturerbe
LES MARCHES
Les Marches ist ein Ort am Kreuzungspunkt großer Verkehrsachsen als da sind: Das Tal des Grésivaudan, die Combe de Savoie und die Cluse de Chambéry, an der Grenze zwischen Dauphiné und Savoyen. Die Gemeinde liegt im Tal des Grésivaudan (auch Isèretal genannt), da dieser Fluss das Tal durchfließt.
Die letzte große Eiszeit hat vor 13000 Jahren auf dem Gebiet von Les Marches eine für das Alpenquartär typische Oberflächengestalt hinterlassen: Glazialmoränen, die die „Seuil des Marches“, die Les Marches-Schwelle bilden.
Ab dem III. Jh. beginnt eine Zeit der Unruhen, die der Christianisierung Vorschub leistet: Verkünder des Evangeliums vom Bistum Grenoble, das im IV. Jh. gegründet wurde, gründen schon bald den Pfarrbezirk Saint Maurice des Murs, Vorgänger der heutigen Pfarrgemeinde Les Marches. Auch das Dekanat von Saint-André wurde zwischen dem V. und IV. Jh. gegründet. Dieses Dekanat war eine Unterabteilung der Diözese von Grenoble. Saint-Andre ist heute eine kleiner Weiler der Gemeinde Les Marches ohne eine Kapelle oder Kirche, die beide beim Erdrutsch des Granier 1248 zerstört wurden, als sich eine 7 km breite und 11 km lange Schlammlawine vom Berg löste, Die gesamte Region wurde hierbei verwüstet und zahlreiche Ortschaften verschwanden. 500 Millionen Kubikmeter Erdrutsch bildeten eine Decke von bis zu 140 m Stärke. Das verwüstete Gebiet trägt seither den Namen „Les Abymes“. Hauptmerkmal dieses Bodens ist das Vorhandensein großer Kalksteinblöcke, „La Pierre hachée“ (Steintrümmer). Hier wurden seit den 70er Jahren die Weinberge angelegt.
Ab dem XII. Jh. tritt die Dynastie der Grafen von Savoyen auf den Plan. In Rivalität mit der gleichfalls in Expansion befindlichen Dauphiné stehend, beschließt die Familie von Savoyen, ihre Stellungen zu befestigen, insbesondere im vor kurzem vom Granier verwüsteten Bereich. Amédée V le Grand (1285-1323) ließ einen befestigten Marktflecken anlegen, um die Südgrenzen Savoyens zu verteidigen. Der Logik folgend, nannte man diese Grenze „die Schwelle von Les Marches“, der zum heutigen Namen des Ortes führte.
Als Hochburg des Katholizismus zu Beginn des XVIII. Jh. hat Savoyen doch auch eine nicht unbedeutende protestantische Minorität in zwei unterschiedlichen Regionen: In den Waldensertälern des Piemont und im Genfer Gebiet. Geeint im Calvinismus, der unter dem kulturellen und militärischen Einfluss Berns und Genfs (und Guillaume Farels) das Waldensertum absorbierte, leben diese Reformierten an einer „Front des Katholizismus“; das Königreich Frankreich und die ultra-katholischen, spanischen Besitzungen (Franche-Comté, Raum Milano, Österreich) auf der einen Seite und die Schweiz oder das im großen und ganzen protestantische, germanische Kaiserreich auf der anderen. Sie befinden sich also in einer schwierigen Lage und in einer Zeit, die das Wort Toleranz nicht kennt, können sie nur Opfer von Konfrontation und Unterdrückung sein.
1533 hat sich die Reform in Genf durchgesetzt. Die militärische Niederlage des Herzogs von Savoyen Charles III 1536 gegen die Berner, Genfer und Franzosen stellt ihren Erfolg sicher und sie findet ihren festen Platz im Süden und Westen des Genfer Sees. Der Einfluss der Ideen Calvins und Farels greift über auf Chambéry und die Maurienne.
Als Grenze des Tal wurde Les Marches Opfer aller Invasionen: Einfälle 1536 und 1559 von Seiten der Dauphiné, anschließend Invasion der Truppen François‘ I; 1600 französische Invasion durch Truppen von Henri IV; 1630 Richelieu; 1690 bis 1696 und dann von 1703 bis 1713 französische Besetzung; 1742 bis 1749 spanische Besetzung; 1792 Einzug der, französischen Revolutionstruppen in Les Marches. Die Grenze (und damit die der Gemeinde) änderte sich mit den Verträgen: Vertrag von Paris 1355; Abkommen von 1433; Vertrag vom 27. April 1672 von Saint-Germain-en-Laye; Vertrag von Turin vom 24. März 1760; Vertrag von Paris von 1815.
Das Schloss von Les Marches ist eine mittelalterliche Festung in der Combe de Savoie an der Grenze von Savoyen zur Dauphiné und in der Gemeinde Les Marches. Zunächst Burggrafschaft (und ab 1682 Marquisat), die den Marktflecken Les Marches, Myans und Chacusard umfasste, wurde Les Marches nach und nach in zwei Pfarrgemeinden und dann in zwei Gemeinden aufgeteilt. Man musste warten auf 1881, dass der Ort sich in zwei Gemeinden aufspaltete; Les Marches und Myans.
Centres d'intérêt
Office de Tourisme du Grésivaudan
Pontcharra
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